Erschienen in der OVB Rosenheim am 16.10.2017:OVB_Rosenheim_16102017

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Wir laden ein !

https://www.caritas-nah-am-naechsten.de/me…/Media2344920.PDF

Tansania-Ausstellung in Rosenheim im November.

Mit umfangreichen Rahmenprogramm (Konzerte, kostenlose Workshops, Lesungen, Vorträge)… für jeden was dabei 😉 – Der Erlös ist für www.mavunoproject.org in Tansania

www.marafiki.de

www.marafiki.de

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http://www.sueddeutsche.de/muenchen/erding/freising-hilfe-auf-augenhoehe-1.3560281

Preisträger des Bayerischen Asylpreises 2017 mit Fokus auf die Bekämpfung von Fluchtursachen ist der Verein Marafiki wa Afrika – Freunde für Afrika e.V. mit Sitz in Freising.

www.marafiki.de

 

www.marafiki.de

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…aus dem Trostberger Tagblatt vom 29.06.2017.

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aus dem Münchner Merkur vom 23.Juni 2017

Aktuelle Fotoausstellungen „The rise of the sleepwalkers“

17.6. – 25.6. 2017 – Christuskirche der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde, Poing
18.6. 2017 – 25.6.2017 – Jesaja-Gemeinde, München
25.6.2017 – Gustav-Adolf-Kirche, München
3.7. –  14.7.2017 – Maristen-Gymnasium, Furth (Landshut)
28.10 – 26.11. 2017 – St.Nikolauskirche, Rosenheim
Dezember 2017/ Januar 2018 in Obing

Ausstellung 3.7. –  14.7.2017 im Maristen-Gymnasium, Furth (Landshut)

 

Weitere Informationen gibt es hier: http://www.marafiki.de/

… aus dem Elbhangkurier Ausgabe Juni 2017:
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Freie Presse Artikel: „Das Gute in uns“
Chemnitzer-Zeitung-19.05.2017[23]

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http://www.freiepresse.de/WIRTSCHAFT/WIRTSCHAFT-REGIONAL/Gemaelde-aus-Chemnitz-haengt-jetzt-im-Vatikan-artikel9890295.php

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Regisseur-erlebt-Odyssee-in-Afrika-artikel9882662.php

http://www.mavunoproject.org/category/about/

Texte von Melanie Bumberger und Fotos von Marian Kretschmer 2017
04.04.2017


Palmen, Strand, Sonne… Urlaubsstimmung am Victoriasee. Das war ein schöner Ausklang und Abschied von der Kagera Region bzw. dem Westufer des Sees.
Heute Morgen fuhren wir dann gemütlich zum kleinen, überschaubaren Flughafen von Bukoba und schwebten in nur 30min über den See ans andere Ufer nach Mwanza. Eine quirlige Stadt und Haupt-Knotenpunkt am Lake Victoria für den Handel in andere Landesteile. Wir spazierten zum Wahrzeichen der Stadt – einer Steinformation, die aussieht wie der „Hinkelstein“ von Asterix und Obelix, aßen günstig (für 1Euro) zu Mittag und holten uns – ungünstigerweise – tatsächlich noch einen fetzigen Sonnenbrand.
Wir verloren maßlos die Orientierung, gaben schließlich irgendwann auf und ließen uns von einem Pikipiki (Motorrad-Taxi) zu unserem Hotel zurück fahren.


Nach einer kurzen Durschnaufpause vom Stadtgewusel machten wir uns dann noch auf zum Krankenhaus, wo Melanie ihre schwangere Freundin besuchte.
Zurück bekamen wir dann noch eine günstige Stadtrundfahrt, weil unsere beiden Pikipiki-Fahrer, nicht wie anfangs behauptet wussten wo unser Hotel war. Irgendwann fanden wir es aber doch noch und ließen den Abend mit einem gepflegten Radler und Chipsi Mayai (Omlett mit Kartoffeln) ausklingen.


Das war nun unser letzter Stop-over in Tansania. Morgen gehts zum Kilimanjaro-Airport und am Abend zurück nach Deutschland, wo wir am Donnerstag Mittag in München landen werden.
Kwa heri Tansania tutaonana tena!

03.04.2017


Einen gemütlichen Besuchs-Sonntag verbrachten wir gestern.
Nachdem wir am Samstag alles abgeschlossen hatten, was wir uns vorgenommen hatten und auch noch das letzte Interview mit Flüchtlingen aus Ruanda geführt hatten, konnten wir auch innerlich entspannen.
Das Ehepaar aus Ruanda, lebt nun schon 15 Jahre in Tansania und ist aufgrund von Armut und Hunger geflohen. Für Melanie – die in Deutschland in diesem Bereich arbeitet – war es interessant zu erfahren, dass es hier teilweise ohne jegliche staatliche Strukturen und Unterstützung funktioniert. Die beiden erzählten, dass sie selbstverständlich von den Tansaniern damals aufgenommen wurden und ihnen geholfen wurde… obwohl die Menschen hier selbst nicht viel haben.
Marian machte noch die letzten Fotos für den Mavuno-Kalender fertig, den Charles erstellen will.
Der Sonntag war dann kulinarisch gut durchstrukturiert – Frühstück, zum Mittagessen waren wir bei Adam (Mitarbeiter Mavuno) eingeladen und zum Abendessen wiederum bei Charles, der uns seine Minibar zu Gemüte führte.

Heute,  ist Abreisestimmung, unsere Rucksäcke sind gepackt und wir machen uns auf Richtung Bukoba, 03.04.2017, wo wir noch unsere vorletzte Nacht am Viktoriasee verbringen werden. Morgen fliegen wir dann über den Victoria See ans Südostufer nach Mwanza. Melanie möchte dort eine ihrer tansanischen Freundinnen im Krankenhaus besuchen, die ihr Kind erwartet. Und so sind die Tage gezählt und wir nähern uns wieder unserem Abflughafen Kilimanjaro Airport.

Samstag, 01.04.2017,
Gestern:
Stress in Afrika – nein, dass ist kein Aprilscherz, sondern durchaus möglich, wie wir gestern wieder voll erfahren durften.
Zum einen war die letzte Gelegenheit Tilo´s Inlandsflug mit Handicaped-Service zu regeln. Auch war klar, dass er unbedingt Krücken braucht, um sich zumindest ein paar Meter fortzubewegen – die vom Krankenhaus durfte er natürlich nicht bis nach Deutschland mitnehmen, bzw. wenn dann nur für ein „kleines“ Trinkgeld von umgerechnet 120Euro.

Dank Charles „Connections“ zu einem Center für körperbehinderte Menschen, schafften wir es am Vormittag welche aufzutreiben. Dann regelten wir noch das mit den Flügen, Bezahlung in der Bank – was auch locker mal so 1-2h in Anspruch nimmt. Nun musste nur noch das 5seitige Formular für den Handicaped-Service der Airline ausgefüllt werden. Also einen Arzt auftreiben, der ohne Tilo´s Anwesenheit bestätigte wie und in welcher Weise er für den Flug Unterstützung braucht. In Deutschland wohl kaum vorstellbar. Doch auch hier kennt der eine wiederum den anderen… und so kam´s, dass wir am Abend im Wohnzimmer des Arztes saßen und er uns alles brav ausfüllte was wir brauchten. Insgesamt eine Tagesaufgabe – aber immerhin hat am Ende alles geklappt.


…fast eine Tagesaufgabe, denn am Nachmittag fuhren wir auch noch zur Schule, um Marian´s Kunst-Fotografie-Projekt mit den Schülerinnen der Mavuno Girls Secondary School in die Tat umzusetzen. Hier hieß es natürlich erst alle „Rangordnungen“ zu durchschreiten, sprich uns den Lehrern vorzustellen, die uns der nächsten Sekretärin vorstellen, die uns dann am Ende wiederum zur zweiten Schulleitung führte und wir unsere Idee anbringen konnten. 5 Schülerinnen wurden „ausgewählt“ – und wir machten uns auf zum Shooting-Ort. Marian´s Kunst war schon bekannt, der Weg zu den Schlafräumen führt die Mädchen täglich an Marian´s Gemälde bzw. der gestalteten Wand (…) vorbei und ist, wie uns vom Projektleiter gesagt wird, ein absolutes Highlight an der Schule. „Jeder der die Schule besucht, macht hier Fotos“, so erzählt er uns.  Marian hatte unterdessen sämtliche Vorbereitungen getroffen und Melanie begann intuitiv ihre Warming-up-Sozialpädagogen-Spiele. Was die Mädls sehr witzig fanden und sichtbar locker wurden.
Auch mit den Ergebnissen – sprich den Fotos – waren Marian und Melanie dann sehr zufrieden. Am Ende war viel Farbe im Spiel und Melanie musste komischerweise länger schrubben um es wieder von ihrer Haut abzuwaschen als die Mädls.

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Es war unser letzter, gemeinsamer Abend mit Tilo und so organisierte Charles einen Grill und jede Menge Ziegenfleisch, das wir bei einem gemütlichen „Ratsch“ verschmausten.

Heute, Samstag, 01.04.2017, hieß es dann um 4:30Uhr aufstehen. Charles fuhr uns nach Bukuba und wir verabschiedeten uns von Tilo, der morgen vom Kilimanjaro Airport aus Business Class (versteht sich) zurück fliegen wird. Später bekommen wir Fotos, wie er gemütlich mit seinem Gipsbein am Hotelpool sitzt und über den „Handicaped-Service“, der Airline schwärmt. Wir sind froh, dass alles gut geklappt hat und wünschen ihm morgen eine gute Heimreise nach Deutschland!
Nach einem Frühstück in Bukoba treten wir die Rückreise nach Karagwe an und schauen uns die Fotoergebnisse von gestern durch.


Materne holt uns ab und wir besuchen noch Melinda, eines der im Projekt aufgenommenen „bedürftigen Kinder“, das auch durch das Patenprojekt von Marafiki wa Afrika unterstützt wird. Wir kennen Melinda schon, sie hat im Dezember 2015 an unserem Kunstprojekt teilgenommen. Sie wohnt bei ihrer Tante und ihrem Onkel. Melinda´s Vater ist verstorben und ihre Mutter hat kein Einkommen/Bargeld um den Schulbesuch zu ermöglichen. Verwandte helfen sich in Notsituationen selbstverständlich aus – und Kinder gehören zur Großfamilie. Melinda´s Tante sorgt dafür, dass sie bei ihnen mitleben kann, hat jedoch selbst 2 Schulpflichtige Kinder und nicht mehr Geld um auch noch Melinda´s Schulbesuch zu finanzieren. Deshalb erhält sie Unterstützung von Mavuno bzw. Marafiki wa Afrika.
Auf dem Heimweg diskutieren Melanie und Materne noch über das Patenprojekt, wie es sich in Deutschland gestaltet, was die Herausforderungen sind Paten zu finden und Vertrauen und Interesse für das Projekt aufzubauen. Es ist gut, immer wieder die Möglichkeit für so einen persönlichen Austausch zu haben und einfach nicht mit modernen Kommunikationsmitteln zu ersetzen.

Freitag, 31.03.2017
Und endlich regnet es – auch kein klassischer Urlaubsausspruch! Aber wir sind ja hier auch nicht im Urlaub.
Wenn es regnet, dann meistens gleich richtig, so dass die Welt still steht, keiner in die Arbeit kommt, weil die Straßen matschig sind und erst einmal nichts passiert.

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Deshalb sind wir gestern auch erst 1,5 h später zu unserem geplanten Treffen gefahren… und auch dort waren wir so ziemlich die ersten. Nach und nach trudelten die Leute ein.
Wir trafen uns bei einem der „Care-Givers“ für das Needy Children (= bedürftige Kinder) Projekt. Wir sind mit Materne unterwegs, er ist bei Mavuno für dieses Projekt verantwortlich. Darin sind gut 300 bedürftige (Waisen)Kinder aus neun verschiedenen Dörfern aufgenommen. Mavuno und unser Verein „Marafiki wa Afrika“ unterstützen diese für den Schulbesuch und die Gesundheitsversorgung.
Ausgewählt werden die Kinder von den regionalen Gruppen, die in jedem Ort gebildet werden. Die „Care-Givers“ sind somit in ihrem jeweiligen Ort für die Berichterstattung zu Mavuno verantwortlich, stehen mit den Familien in Kontakt und besuchen die Kinder regelmäßig.

Bei der Diskussion wurde klar, dass noch viel mehr Kinder Bedarf hätten, in das Projekt mit aufgenommen zu werden und wir haben uns vorgenommen so aktiv wie möglich in Deutschland nach Paten zu suchen (www.marafiki.de). Die Kinder haben oft einen oder beide Elternteile verloren, leben bei Verwandten mit, die selbst schulpflichtige Kinder haben und somit nicht für noch ein Kind den Schulbesuch finanzieren können. Ausserdem leiden manche unter Gewalt, haben keinen sozialen Schutz. Mädchen wurden auch in der Vergangenheit öfters Opfer von Vergewaltigungen (und mit 11 Jahren schwanger).

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Auch wurde das Problem angesprochen, dass nicht alle Kinder Form 4 (vergleichbar mit dem Übertritt ans Gymnasium) schaffen. Der Staat bietet dann keine weiteren Unterstützungsmaßnahmen. Eine Ausbildung kostet viel Geld. So werden Mädchen schwanger, um sich – dann ohne Ausbildung – abzusichern, oder versuchen sich irgendwie durchzuschlagen. Hier bräuchte es eine Alternativlösung. Ideen haben die Mitglieder – wie z.B. ein Trainingscenter einzurichten… jedoch wissen sie dass es ein langer Weg ist und hierfür Geld benötigt wird. Langsam hört es auf zu regnen und wir bekommen noch Mittagessen und ein paar Geschenke (Eier und Mais).

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Zurück bei Mavuno machen wir uns mit Charles auf Richtung Bukoba. Denn: wir dürfen Tilo heute abholen!!! Bzw. „freikaufen“, denn der Hr. Doktor kassiert für das Rundum-Privat-Care-Paket ganz schön ab. Dafür sind die eigentlichen Krankenhauskosten ein Witz. Insgesamt also dann durchaus ok und zu stemmen.
Tilo wird nun nur kurz bei uns sein, das Filmmaterial sichten und morgen früh werden wir ihn zum Inlandsflug begleiten. Alles muss natürlich gut vorbereitet werden, dass er den „Handicaped-Service“ bekommt und ihm entsprechend geholfen wird, denn wirklich mobil ist er noch nicht.

Mittwoch, 29.03.17


Heute dürfen wir den Mavuno Kindergarten in Mabria – etwa 1,5 Fahrstunden entfernt – besuchen. Melanie war hier zum ersten mal im Jahr 2004. Damals saßen die Kinder in einer Lehmhütte auf dem Stroh und hatten weder Hefte noch Stifte. Mavuno hatte dann 2008 ein Haus mit entsprechender Infrastruktur (Wassertanks, Möbel, Tafel etc) durch Spenden bauen können. Heute sitzt jedes der Kinder am eigenen Tisch und lernt das Alphabet und einfache Rechenaufgaben. Die Kinder sollen die Buchstaben bereits kennen, wenn sie in die 1. Klasse gehen.


Natürlich waren die beiden Weißen eine absolute Attraktion. Wir wurden lautstark begrüßt und bekamen wunderbare Lieder vorgesungen. In der „Pause“ lernte Melanie den Kinder akzentfreies Bayrisch und etwa 25 Kinder auf einmal versuchten ihr die Haare zu flechten – allerdings kamen eher Dreadlocks raus. Stolz schnappten sie sich das ein oder andere Mzungu(Weißen)-Haar und postierten es auf ihrem Lockenansatz. Ein Beweismittel für die Eltern daheim, dass heute Besuch im Kindergarten war. Marian wurde ebenfalls eingekreist, als er seine Fotoergebnisse präsentierte.


Zurück bei Mavuno machten wir noch einen Abstecher in die Primarschule gegenüber und unterhielten uns mit den Lehrern.


Zum Glück kam über Mittag der von den Bauern langersehnte Regen – wenn auch nur sehr kurz. Nachdem die „kleine Regenzeit“ im Dezember viel zu kurz war und der Mais vertrocknete, fürchten die Bauern nun um ihre Bohnenernte. Wenn auch die Ernte dieses zweiten Grundnahrungsmittel ausfallen würde, wäre das eine Katastrophe für die Familien und viele müssten hungern.


Der heutige Tag endete dann mit viel Kommunikationsstress per WhatsApp zwischen Tilo, im Krankenhaus, Melanie bei Mavuno, den afrikanischen Fluggesellschaften und der Versicherung in Deutschland – um den Rücktransport für Tilo nach Chemnitz/Deutschland zu organisieren. Nach etwa 2Stunden schien sich die Situation zu lichten… hätte da nicht die afrikanische Airline dann den falschen Tag gebucht… aber auch das lies sich dann nach weiteren Telefonaten und Emails noch einmal korrigieren.

Dienstag, 28.03.17, um 7:30Uhr schauten wir bei Mama Bahati (Mutter des Projektleiters und Melanie´s Homestay) vorbei und filmten ihre morgendliche Routinearbeit, Bohnen kochen, den Abwasch machen, Feuerstelle sauber halten…
Nach dem Frühstück ging es weiter mit den Interviews – Ibrahim, einer der Agraringenieure erzählte uns wie er mit den Bauern zusammenarbeitet und wie die Arbeit von Mavuno so aufgebaut ist, dass die Lebensbedingungen so vieler Menschen wie möglich in der Region verbessert werden können.
Joseph, der Wassertechniker, ist speziell Ansprechpartner für die Wasserprojekte in den Dörfern. Wasser ist das wichtigste und zentralste Element. Ohne viele natürliche Wasserquellen ist es hier in der Region eine Herausforderung die Menschen vor allem auch mit sauberen Wasser zu versorgen. Deshalb ist der Bau von Wassertanks unerlässlich und eines der Ursprungsprojekte von Mavuno, die 1993 als Vereinigung und später Organisation gegründet wurde. Unser  Verein „Marafiki wa Afrika“ (www.marafiki.de) war hier der erste Sponsor für den Bau der Wassertanks und ist seit dieser Zeit mit Mavuno verbunden.


An der Mavuno Girls Secondary School sahen wir dann wie Spezialisten Vermessungen für die Brunnenanlage, die gebaut werden soll vornahmen. Auch mit ihnen konnten wir ein Interview führen, sowie mit Adam, dem Koordinator für die Biogasanlagen, die die Schule mit der nötigen Energie versorgen. Die Abrodung von Bäumen (Feuerholz) soll so vermieden werden, Abfall recycled, Atemwegserkrankungen (durch den Rauch an Feuerstellen) reduziert und die vorhandenen Energiequellen effektiv genutzt werden. Auch dieses Projekt hat sich über die Jahre weiter entwickelt und professionalisiert. Melanie brummte der Kopf, nach dem Deutsch, Englisch, Kiswahili und Bayrisch-geswitche (wobei Marian zwischen den beiden letzteren keinen Unterschied raushört) und Marian war und ist gut beschäftigt den Überblick über die Technik und den Akkustand zu behalten.

Anschliessend hatten wir ansatzweise „Freizeit“ und machten uns auf den Weg nach Omrushaka, um noch die restlichen Materialien für das Fotokunstprojekt zu besorgen und auf dem Weg noch etwas zu fotografieren. Hier sind wir langsam aber sicher gespannt, wie die Umsetzung funktionieren wird und versuchen unsere Ideen zu konkretisieren. Ausserdem haben wir die Entdeckung des tansanischen Radlers gemacht (Tangawizi/Ingwerlimo mit Bier). Vorzüglich!

Montag, 27.03.17, gleich am Morgen besuchten wir eine fröhliche, selbstbewusste Bäuerin, die uns stolz ihr Feld zeigte und über die Entwicklung berichtete, die sie durch ihre Mitgliedschaft bei Mavuno erreichen konnte. Ausserdem noch einige Wunderkräuter gegen Schluckauf, Bluthochdruck, zur Intelligenzzunahme und Gewichtsabnahme (nicht anders rum), die sie auf ihrem Feld anbaute. Vielleicht ja eine Marktlücke in Deutschland? Nach einem Chai und Karanga (Erdnüssen) frisch vom Feld wurden wir verabschiedet.
Weiter stand das Interview mit Charles Bahati auf dem Programm, das wir im Mavuno Office durchführten.


Von Tilo hörten wir, dass er auf dem krankenhausinternen Heiratsmarkt hoch gehandelt wurde und nun schauen musste, wie er wieder aus der Bredouille kam und seine scherzhaft gemeinten Heiratserwiederungen rückgängig machen konnte. Weil Schwester Claudia hatte sich schon auf die Hochzeit gefreut und ihren Bruder in die Vorbereitungen miteinbezogen, wie Tilo uns berichtete.
Wir hatten derweil genug „Material“ gesammelt, an dem wir arbeiten konnten, Fotos, Videos, weitere Ideen entwickeln… langweilig wird es uns wohl sicher nicht.

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Spannend ging es weiter… leider nicht nur positiv.
Nachdem wir am Samstag Morgen, den 25.März, unser Gespräch mit Charles Bahati, dem Projektleiter, führten, die Timeline, Interviewpartner und Lokalitäten planten, passierte etwas sehr unvorhergesehenes:
Es hatte geregnet, Tilo wollte sich für unsere Vorstellung bei den Mavunomitgliedern noch hübsch machen und rasieren… auf dem Weg zum Bad rutschte er aus bzw. blieb in einem Loch mit seinen wunderbaren Crocs hängen, stürzte und der Knochen stand raus. Auch ein Leihe konnte mit einem Blick erkennen, dass etwas gebrochen war. Unter wohl kaum vorstellbaren Schmerzen wurde Tilo zum Auto getragen. Es regnete in Strömen, die Lehmstraßen waren wie Glatteis und das nächstgelegene Krankenhaus etwa 3 Fahrstunden entfernt. Tilo´s Adrenalin leistete ganze Arbeit, zwischendurch hatten wir noch eine Reifenpanne, wir mussten den Reifen wechseln und Marian assistierte das erste mal in seinem Leben bei so einer „männlichen“ Aktion. Die Straße zum Krankenhaus bekam immer mehr Schlaglöcher – von dem Tilo jedes einzelne spürte.


Angekommen beim Krankenhaus wurden erst einmal in Ruhe die Personalien aufgenommen: Name des Vaters, Stammeszugehörigkeit, Dorfvorstand, Anzahl der Familienangehörigen… alles was man bei einem frisch gebrochenen und angeschwollenen Fuss an Info´s braucht. Der Arzt blätterte in seinem schlauen Buch, vermutlich unter „Bein gebrochen – was tun?“ und wir wurden zum Röntgen geschickt. Das Röntgengerät aus den 70er Jahren entsprechend auch alle anderen Geräte. Es hieß Fuss: aufschneiden und Platte einsetzten. Glücklicherweise hatte Tilo das Frühstück ausfallen lassen, so dass er eine Vollnarkose bekommen konnte. Und – noch einmal glücklicherweise – musste NICHT aufgeschnitten werden. Der Knochen konnte so „zurechtgebogen“ werden… und ein paar Sekunden später gab Tilo lautstark, noch im Narkosedelirium, schon wieder die ersten Worte von sich: „Rockn Roll!“. Der Fuss wurde provisorisch eingegipst und für Tilo ein Zimmer organisiert. In Tansania, wo es keine Krankenversicherung gibt, hätten sich die meisten Einheimischen so eine Behandlung bzw. auch schon den Transport dort hin, gar nicht leisten können – sowie auch einen Krankenhausaufenthalt. Ausserdem bleiben Angehörige mit im Krankenhaus, um denjenigen mit Essen und allem Nötigen zu versorgen. Für Tilo war klar, er bleibt alleine hier und Melanie und Marian drehen alles wie geplant. Er gab uns noch Tipps und Anweisungen für die Drehs und wir machten uns auf den Heimweg.


Am nächsten Morgen waren Melanie und Marian bei Mzee Majura (80 Jahre) zu Gast, einem der Mavuno-Multiplikatoren-Bauern, der ihnen sein Übungsfeld zeigte, begeistert von seiner Mitgliedschaft uns seinen Erfahrungen bei Mavuno berichtete und uns nach einem Chai und Mandazi (Tee und Gebäck) wieder verabschiedete.

Weiter gings zur Mavuno Girls Secondary School, wo sich seit unserem letzten Besuch im Dezember 2015 unglaublich viel getan hat.
Die Schule ist zum Leben erwacht, Schülerinnen bereiten sich auf ihre Prüfungen vor, sind am gemeinsamen Lernen, Bügeln, Putzen und Mittagessen. Einer der Lehrer führt uns übers Gelände und wir staunen, wie die Schule an Atmosphäre gewonnen hat. Melanie unterhält sich noch mit den Schülerinnen und stellt fest, dass sie selbstbewusste, junge Frauen mit vielen Wünschen und Ideen vor sich hat.
Es herrscht – anders wie an vielen tansanischen Schulen (wo unter Druck und auch teils auch immer noch mit Prügelstrafe unterrichtet wird) – eine angstfreies Klima, indem die Mädchen sein dürfen wie sie sind

Später fahren wir noch Tilo besuchen, der schon bis über die Krankenhaus-Grenzen bekannt ist 🙂 Selbst in den Coca Cola Läden nebenan kennt man ihn. Tilo ist guter Dinge, weiß schon den Namen jeder Krankenschwester und fühlt sich gut aufgehoben. Er bekommt laufend Besuch von Unbekannten, die den Mzungu (Weißen) sehen möchten und ihm gute Besserung wünschen wollen. Die Ärzte wollen ihn noch etwas hier behalten, so dass wir noch nicht mehr wissen.
Beruhigt treten wir den Heimweg nach Karagwe an.

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… der afrikanische Reiseweg war die letzten Tage unser Ziel.

Aber wollen wir doch von Anfang an beginnen.. denn schließlich sind wir etwas in Verzug mit unseren Tagebucheinträgen und auch erst heute (Freitag, der 24.März) bei Mavuno in der Kagera Region angekommen.


Die ersten Adrenalinschübe gab es für unser Teammitglied – Kameramann und Filmemacher Tilo Koch – schon am Flughafen in Dresden. Netterweise hatte er von Marian etwas Gepäck zu sich genommen, kleine Plastiksäckchen mit vielen, bunten Farben. Gefärbtes Koks? Dachte sich die Bundespolizei und holte erst einmal den Bolzenschneider, um das Gepäckschloss zu knacken. Aber der unschuldige Tilo hatte doch nur ein paar Farbpigmente für die Kinder in Afrika dabei. Das war für den Zoll natürlich ein vollkommen plausibles und alltägliches Argument. Aber dank seiner Überzeugungskunst durfte Thilo mit den Farbtütchen in den Flieger und genoss seinen Zwischenstopp in Addis Abeba.
Oh an dieser Stelle ist noch anzumerken, dass Tilo´s Flug gestrichen wurde und er auf einen 9h früheren Flug umgebucht wurde. So hatte er auch genug Zeit am Kilimanjaro Airport dem dortigen Zoll noch einmal die Geschichte von den Kindern und Farben zu erzählen. Diese waren dann schon weitaus schwieriger zu überzeugen. Aber kein Problem für unseren Tilo, er hatte ja nun schon Übung.
Nachts landeten dann auch Melanie und Marian und trafen auf den bereits schon durchaus gut akklimatisierten Tilo – das Team war nun glücklich vereint und fuhr zum Hostel.


Den nächsten Tag liefen wir nach Arusha, Tilo machte die ersten Filmaufnahmen und Interviews, wir besorgten uns Geld, eine SIM-Karte fürs Handy und weitere überlebenswichtige Dinge.
Eine lange Busfahrt sollte uns am nächsten Tag bevorstehen. Von Arusha bis nach Bukoba. „Aber natürlich gibt es da einen direkten Bus der durchfährt und 17h braucht“…, so sagte man uns und wir kauften die Tickets bzw. bestiegen um 5:30Uhr unsern Bus. Aber nach 15h war die Fahrt dann zu ende und es wurde verkündet, dass die Regierung verboten hätte Nachts die Reise fortsetzen  – also hier im Nirgendwo übernachten.
Unsere tansanischen Mitreisenden lauschten geduldig der Planänderung des Busfahrers und bauten sich einen Schlafplatz im Bus oder ausserhalb. Wir hatten das große Glück noch 2 Betten im kleinen Guesthouse zu bekommen, so dass Tilo und Marian eine kuschelige Nacht verbrachten.
Am nächsten Morgen ging´s dann wieder um 5Uhr weiter, so dass wir zu einem üppigen Frühstück mit durchaus gereiftem Toastbrot und undefinierbaren Würstchen schon am Victoriasee saßen und die Urlaubsstimmung genossen. Aber natürlich wurde auch hier gleich wieder hart gearbeitet und Tilo stürzte sich für Unterwasseraufnahmen furchtlos in die Fluten – dem Billharziosewurm zum Trotz.


Der letzte Reiseabschnitt war dann noch einmal sehr intim, so dass wir Kopf an Kopf oder Fuß an Kopf und Ellenbogen im Daladala (Kleinbus) aufgeschichtet wurden. Wir und etwa 20 Wasserkanister, eine Matratze, Reissäcke, Kohlesäcke und halt das übliche Reisegepäck. Bis wir nach etwa 1h laufenden Motor die Reise starteten und auch schon die ersten Phantomschmerzen zu verzeichnen hatten.
Aber das war nichts im Vergleich zu dem Schrecken, den ein paar der Kinder auf der Fahrt erlitten, in dem sie ihren ersten „weißen Mann“ sahen und irgendwie versuchten den Sicherheitsabstand zu wahren – was aufgrund der Platzsituation nicht ganz so einfach war.
Alle 36 Insassen des Kleinbusses kamen jedoch wohlauf an und Marian, Tilo und Melanie waren nun schon reiseerfahren genug, sich von den gefühlten 50 Taxifahrern, die am Busstand auf sie einstürmten, nicht den 10fachen Preis für die Fahrt zu Mavuno aufschwatzen zu lassen… sondern nach einem gemütlichen Chai (Tee) die Lage noch einmal sondierten und sie wenig später von den Mavuno Fahrern abgeholt und zu ihrem endgültigen Reiseziel gebracht wurden.
Tatsächlich – angekommen bei Mavuno.

Tag 1 _ Arusha

Viel ist in Deutschland im letzten Jahr im „the rise of the sleepwalkers“ Kunst-Bildungsprojekt passiert. Wir berichteten von diversen Ausstellungen und sind auch weiter in der Vorbereitung des Ausstellungsjahres 2017. Im stetig engen Kontakt und Austausch zum Projekt Mavuno nach Tansania konnten wir viele Entwicklungen von hieraus mitverfolgen.

Nun wollen wir jedoch selbst wieder einmal vor Ort sein und gemeinsam neue Ideen umsetzen. Der Schulbetrieb der Mavuno Girls Secondary School läuft nun schon im 2. Schuljahr. Einige neue Mädchen wurden aufgenommen und werden auch teilweise von deutschen Paten für den Schulbesuch unterstützt. Wir möchten mit den Mädchen ins Gespräch kommen, sie kennen lernen und auch mit ihnen gemeinsam etwas für unser Kunst-Bildungs-Projekt erarbeiten. Ausserdem werden wir die Permakultur-Projekte der Mavuno-Kleinbauern besuchen. Leider regnete es auch dieses Jahr viel zu wenig, der Mais ist teilweise komplett vertrocknet und somit haben die Bauern nichts zu ernten, essen und zu verkaufen. Auch die Folgen des Erdbebens (im September 2016) sind immer noch sicht- und spürbar.

Landen werden wir dieses mal am Kilimanjaro-Airport im Norden des Landes und machen uns in einer zweitägigen Busfahrt auf, quer durchs Land in die Kagera Region. Mit viel Gepäck und noch mehr Ideen im Rucksack werden wir am 20.03.2017 starten.

Geplant ist eine Dokumentation über das Permakulturprojekt von Mavuno zu filmen. Dazu wird uns, unter anderem, Tilo Koch unterstützen:
zweifacher Familienvater, Baujahr 68, kam nach seinem BWL Studium 1998 zu Werbefilmproduktion nach München. Hier produzierte er als Juniorpartner u.a. Spots für die Deutsche Bank24, Pizza Hut oder Müllermilch. Als Autor und Initiator freute er sich über die erfolgreiche Verfilmung (8 Mio Zuschauer) des nach seinen realen Lebensstationen umgesetzten Spielfilmes „Das Wunder von Berlin“ mit Veronica Ferres, Heino Ferch und vielen anderen bekannten Schauspielern. Preisgekrönt wurde sein Spielfilm „Sardonic Smile“ in Nizza und Los Angeles, bei dem er als Autor, aber auch als Produzent und Regisseur geehrt wurde. Im Mitteldeutschen Raum blickt er in der Zwischenzeit auf rund 100 Werbe und Imagefilme. Derzeit (2017) arbeitet er an einem Projekt über Georgius Agricola.

Gemeinsam mit dem Produzenten Haus E unterstützt er die Arbeiten von Marian Kretschmer in Tansania. Beide Partner sind vom gesellschaftlich hohem Nutzen des Projektes fest überzeugt und freuen sich sehr das Projekt unterstützen zu können.

http://www.marafiki.de/
http://www.mavunoproject.org/
http://www.spring-of-help.de/
http://www.haus-e.de/

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Das Jahr beginnt mit einer kleinen aber feinen Fotoausstellung von Marafiki wa Afrika, ab den 4.2..2017, in der Land-/ Volkshochschule am Petersberg (Erdweg).
Einen großen Dank an die Vereinsmitglieder Christine Albrecht, Margit Wander und Jürgen Bauer.

Freisinger Tagblatt:17-02-08-sz-artikel

Süddeutsche Zeitung:mit-einem-xerox-multifunktionsgera%cc%88t-gescannt

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